Anthropic-Mitgründer Jack Clark hält es für möglich, dass sich KI-Systeme schon 2027 selbst verbessern. Laut The Decoder stützt er sich dabei auf einen Test von P-Zero Research. Dieser soll zeigen, dass Modelle beim Entwerfen und Auswerten von Experimenten rasant besser werden.
Was hinter der Prognose steckt
Mit „sich selbst verbessernder KI“ ist gemeint, dass KI-Systeme einen wachsenden Teil der Forschungsarbeit übernehmen, mit der sie selbst weiterentwickelt werden. Dazu gehört zum Beispiel, Versuche zu planen, Ergebnisse zu lesen und daraus die nächsten Schritte abzuleiten. Bisher erledigen das vor allem Menschen in Forschungsteams.
Der Test von P-Zero Research nimmt genau diese Fähigkeiten ins Visier: Experimente entwerfen und auswerten. Laut dem Bericht legen KI-Modelle hier schnell zu. Clark hat seine Prognose deshalb vorgezogen. Wie der Test aufgebaut ist und wie aussagekräftig er ist, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor. Das lässt sich hier also nicht beurteilen.
Wie man die Aussage einordnen kann
Es handelt sich um eine Einschätzung und nicht um eine gesicherte Tatsache. Ein Test misst immer nur einen Ausschnitt. Gute Ergebnisse beim Experimentdesign bedeuten nicht automatisch, dass ein Modell die gesamte Forschungskette im Alltag zuverlässig allein bewältigt.
Zudem äußert sich hier der Mitgründer eines Unternehmens, das selbst KI-Modelle entwickelt. Das ist kein Grund, die Aussage abzutun. Es spricht aber dafür, sie mit anderen Quellen abzugleichen.
Wer in Unternehmen, Forschung oder Politik plant, kann die Debatte als Anlass nehmen, die Fortschritte bei Forschungsaufgaben im Blick zu behalten. Sinnvoll wäre es, die Methodik des Tests nachzulesen und zu prüfen, ob unabhängige Messungen einen ähnlichen Trend zeigen.


