Finlands Aufsichtsbehörde hat die Tochterfirma von Google angewiesen, vorbereitende Arbeiten an zwei geplanten Rechenzentren in Muhos und Kajaani zu stoppen. Der Hintergrund ist der Verdacht, dass Wald gerodet wurde, bevor die vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen fertig waren.
Was ist passiert
Die Behörde für Genehmigung und Aufsicht (LVV) wies Tuike Finland Oy an, umweltrelevante vorbereitende Arbeiten an den beiden Standorten sofort einzustellen, spätestens bis zum 23. Oktober. Die Bescheide sind auf den 6. Oktober 2026 datiert; Google sollte bis zum 14. Oktober mitteilen, ob es sich daran hält. Untersagt sind Baumfällungen, Aushub und Straßenbau. Planungen, Messungen und Bodenuntersuchungen dürfen weitergehen. Die Behörde kann mit Zwangsmaßnahmen nachlegen, darunter einem bedingten Bußgeld.
Vor dem Stopp waren unter anderem Bäume gefällt, Mutterboden abgetragen, Zufahrtswege und Lager gebaut und Entwässerungsgräben verändert worden. Berichte nennen etwa 330 Hektar Waldfläche in Muhos und knapp 200 Hektar in Kajaani; frühere Meldungen sprachen von mehr als 300 Hektar insgesamt. Die genaue Zahl ist nicht gesichert.
Einordnung
Google sagt, es habe nach dem Forstgesetz in gutem Glauben gehandelt, und räumt zugleich ein, den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein; Google Finnlands Country Director Antti Järvinen hat sich entschuldigt. Die Standorte gehören zu einer geplanten Investition von mindestens 13 Milliarden Euro in digitale Infrastruktur in Finnland in den Jahren 2027 und 2028. Das für Umwelt zuständige Mitglied der finnischen Regierung soll gesagt haben, die Projekte würden sich wahrscheinlich verzögern. Der Finnische Naturschutzverband forderte durch seinen Vorsitz, den Bau auszusetzen, bis geklärt sei, ob das Projekt dem Gesetz entspricht.
Ob Google die Frist bis zum 23. Oktober einhält, geht aus den ausgewerteten Berichten (7. bis 15. Oktober) nicht hervor.
Häufige Fragen
Warum wurde die Arbeit gestoppt?
Die Behörde prüft, ob Wald gerodet wurde, bevor die vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen waren. Bis zu deren Abschluss soll die Arbeit ruhen.
Wie viel Wald wurde gerodet?
Berichte nennen etwa 330 Hektar in Muhos und knapp 200 Hektar in Kajaani; frühere Meldungen sprachen von mehr als 300 Hektar insgesamt. Die genaue Zahl ist nicht gesichert.
Was sagt Google?
Google sagt, es habe nach dem Forstgesetz in gutem Glauben gehandelt, räumt aber ein, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein. Google Finnlands Country Director Antti Järvinen hat sich entschuldigt.



