Laut The Decoder will Anthropic fünf Prozent seiner Aktien in einen neuen Public Benefit Fund einbringen. Der Fonds soll auch prüfen, ob Arbeitnehmer, denen wegen KI der Jobverlust droht, direkte Zahlungen erhalten könnten. Der Schritt kommt kurz vor einem möglichen Börsengang.

Was der Fonds sein soll

Public Benefit bedeutet sinngemäß, dass ein Vorhaben dem Gemeinwohl dienen soll und nicht allein den Eigentümern. Der Fonds ist als konzerneigene LLC angelegt. Das ist eine in den USA verbreitete Gesellschaftsform, vergleichbar mit einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Weil die LLC dem Unternehmen gehört, bleibt der Fonds unter der Kontrolle von Anthropic.

Wichtig ist die Formulierung der Quelle: Direktzahlungen sollen geprüft werden. Eine feste Zusage, wer wann wie viel Geld bekommt, geht aus dem Material nicht hervor.

Einordnung

Mit der Option auf Direktzahlungen geht Anthropic nach Darstellung des Berichts weiter als die Konkurrenz. Andere KI-Anbieter setzen demnach nicht auf eine solche Möglichkeit. Hintergrund ist die Debatte, wie die Gewinne aus KI-Systemen verteilt werden, falls Software immer mehr Aufgaben übernimmt, die heute Menschen erledigen.

Kritik kommt von Elon Musk. Er rät auf X, die Aktien lieber direkt an die Öffentlichkeit zu geben, statt sie in einen vom Konzern kontrollierten Fonds zu stecken. Der Einwand zielt auf den Kern der Konstruktion: Wer entscheidet über die Mittel, wenn das Unternehmen selbst die Kontrolle behält?

Bei einem Börsengang werden Aktien erstmals öffentlich handelbar. Wer das Vorhaben beurteilen will, sollte auf einige offene Punkte achten:

  • nach welchen Kriterien Zahlungen vergeben würden,
  • wer die Entscheidungen im Fonds trifft,
  • wie transparent der Fonds berichtet.

Dazu nennt die Quelle bislang keine Details. Ob der Fonds am Ende mehr ist als ein Signal, hängt daher von der konkreten Ausgestaltung ab.